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Grundhaltung des BHDS/BdSJ
verpflichtend für alle Mitglieder
(Beschluss BHDS Bundesdeligiertenversammlung 2016)


Eine Grundhaltung ist eine verinnerlichte Überzeugung, die unser Handeln und Schützenleben ganz
selbstverständlich durchzieht. Ist unsere Grundhaltung von Wertschätzung geprägt, leisten wir damit
einen wichtigen Beitrag für die nachhaltige Prävention von sexualisierter Gewalt und
Kindeswohlgefährdung. So kann jede Schützenschwester und jeder Schützenbruder dazu beitragen, in
unseren Bruderschaften eine offene und ehrliche Atmosphäre zu schaffen, die von Toleranz und
Respekt geprägt ist und in der sich alle wohlfühlen können.
Grundlegend für unsere wertschätzende Grundhaltung sind dabei folgende Punkte:
Kultur der Grenzachtung
Jeder Mensch hat seine individuellen Grenzen und Wohlfühlzonen. Was für die eine völlig in Ordnung
scheint, kann für den anderen schon als zu viel empfunden werden. Wir wollen aufeinander achten und
sensibel mit den individuellen Grenzen umgehen.
Respektvoller Umgang mit Nähe und Distanz
Das Leben in den Bruderschaften lebt auch von den Beziehungen zueinander. Durch einen
transparenten und verantwortungsbewussten Stil unserer Beziehungen wird die Intim- und Privatsphäre
jedes Einzelnen geachtet. Wir wollen eine gesunde Nähe leben, in der die Zusammengehörigkeit auf
respektvolle Art spürbar ist.
Sprache erzeugt Realität
In unserem Sprachgebrauch schleichen sich schnell ausgrenzende oder sexistische Ausdrucksweisen
ein. Wir wollen möglichst bewusst mit unserer Kommunikation umgehen und Verletzungen und
Abwertungen ansprechen.
Sicherer Ort
Kinder, Jugendliche und Schutzbefohlene Erwachsene brauchen einen möglichst sicheren Ort, um sich
frei entwickeln zu können. Wir wollen dazu beitragen, indem wir die uns Anvertrauten schützen und uns
für die Schwächeren einsetzen.
Sicherheit, Stärke und Selbstbewusstsein
Durch unsere Arbeit in den Schützenbruderschaften gestalten wir auch die Entwicklung der Kinder und
Jugendlichen zu erwachsenen Mitgliedern unserer Gesellschaft mit. Bei uns erleben sie
Selbstwirksamkeit, das Recht auf eine eigene Meinung und Respekt. Wir wollen sie auf ihrem Weg zu
sicheren, starken und selbstbewussten Persönlichkeiten begleiten.
Verantwortung auf allen Ebenen
Wir tragen auf allen Ebenen und in allen Bereichen unseres Verbandes Verantwortung für die
Umsetzung der Schutzkonzepte. Insbesondere unsere gewählten Funktionsträger leben unsere
Grundhaltung vor und können für die notwendigen Voraussetzungen sorgen. Wir wollen
handlungssichere Verantwortungsträger, die sich ihrer Verantwortung im Bereich Prävention bewusst
sind und sich aktiv dafür einsetzen.
Schutz vor Grenzverletzung und Gewalt
Wenn wir uns aktiv gegen alle Formen von Gewalt einsetzen und offen Stellung gegen
Grenzverletzungen beziehen, hat Gewalt keinen Platz in unseren Schützenbruderschaften. Wir wollen
uns gegenseitig schützen und uns füreinander einsetzen.
Sensibilisierung der Schützenfamilie
Kindeswohl geht Jede:n an. Wir wollen alle Mitglieder sensibilisieren und ihnen die nötigen
Informationen und Handlungsweisen mitgeben, um zur wertschätzenden Grundhaltung und zur
gelingenden Präventionsarbeit beizutragen.
Qualifizierung
Handlungssicherheit gewinnt man durch Qualifikation und Erfahrung. Wir bieten auf allen
entsprechenden Ebenen breitgefächerte Schulungen für alle Verantwortungsbereiche an.

 

Verhaltenskodex des
BHDS/BdSJ
verpflichtend für alle Mitglieder
(Beschluss BHDS Bundesdeligiertenversammlung 2016)


Ich kenne die Grundhaltung des Verbandes und setze mich für diese ein. Weiterhin
werde ich den folgenden Verhaltenskodex einhalten und mich dafür einsetzen:
Ich weiß, dass jeder Mensch genau wie ich selbst eigene Grenzen hat. Ich achte sie
und spreche Grenzverletzungen an, wenn ich sie wahrnehme.
Ich sorge dafür, dass sich in unseren Reihen niemand für etwas schämen muss.
Jede:r hat das Recht auf seine Intimsphäre. Ich sorge dafür, dass niemand durch Wort
oder Tat bzw. den Umgang mit Medien beeinträchtigt wird.
Ich respektiere jeden Menschen mit seinen Stärken und Schwächen und lache
niemanden aus.
Ich lebe eine respekt- und vertrauensvolle Atmosphäre, die auch Platz für Trost und
Unterstützung bietet.
Ich trage Sorge dafür, dass bei meinen Veranstaltungen und Treffen alle einen
sicheren Ort der Begegnung und Gemeinschaft finden.
Im Rahmen meiner Aufsichtspflicht achte ich auf die Vermeidung von
Gefahrenquellen.
Ich trage dazu bei, dass sich Kinder, Jugendliche und Schutzbefohlene Erwachsene in
unserer Gemeinschaft stark, sicher und wohl fühlen, indem ich auf ihre individuellen
Fähigkeiten eingehe und ihr Selbstbewusstsein stärke.
Meine Position innerhalb der Gruppierung nutze ich nicht aus.
Ich weiß, was das Kindeswohl ist und setze mich für das Kindeswohl ein.
Ich bin sensibel für den Schutz der Kinder, Jugendlichen und Schutzbefohlenen
Erwachsenen und habe immer ein offenes Ohr und Auge für sie.
Ich bin qualifiziert und kann kompetent und sicher handeln. Ich weiß, wo ich mir Hilfe
holen kann.
Ich möchte durch mein gewaltfreies und respektvolles Handeln als Vorbild dienen und
andere dazu motivieren.
Datum, Unterschrift

 

Download des Verhaltenskodex als pdf hier